Neuregelung bei Ausnahmekennziffern ab 01.04.18 und ab 01.07.18
Im Deutschen Ärzteblatt, Jg. 115, Heft 1 - 2 vom 08.01.18 wurde der Beschluss des Bewertungsausschusses zur Änderung des EBM veröffentlicht. Demnach bleiben bei den Behandlungsfällen mit Ausnahmekennziffer ab 01.04.18 nur die genannten GOP bei der Ermittlung des arztpraxisspezifischen Fallwertes unberücksichtigt. Eine Übersicht der Untersuchungsindikationen mit den ausgenommenen GOP finden Sie hier.

Dort finden Sie auch Erläuterungen zu der am 01.07.18 eingeführten neuen Ausnahmekennziffer 32004 "Diagnostik zur Bestimmung der notwendigen Dauer, Dosierung und Art eines ggf. erforderlichen Antibiotikums vor Einleitung einer Antibiotikatherapie oder bei persistierender Symptomatik vor erneuter Verordnung"

12.09.2018 - Karlsruhe

Notfalltraining

19.09.2018 - Karlsruhe
Kinesio-Tape

26.09.2018 - Karlsruhe
Praxismanagement

10.10.2018 - Karlsruhe
Präanalytik mit Laborführung

24.10.2018 - Stuttgart
Präanalytik mit Laborführung

Weitere Veranstaltungen

Somatotropin-Suppressions-Test (GH-Supppressionstest)
Indikationen
  • Nachweis einer Somatotropin-Überproduktion bei Verdacht auf Akromegalie/Gigantismus
  • Nachweis einer Normalisierung nach Therapie
Kontraindikation

Entgleister Diabetes mellitus 

TestprinzipDie Gabe von Glucose unterdrückt beim Gesunden die Sekretion von Somatotropin (STH, GH). Bei Akromegalie mit Somatotropin-Überproduktion ist diese Regulation aufgehoben.
Durchführung
ZeitGabe vonAnalytMaterial
-30 minLegen einer VerweilkanüleSomatotropin,
Glucose
IGF-1
Serum,
GlucoEXACT
00 minSomatotropin
IGF-1
Serum
75 g Glucose oral in 300 mL Wasser oder Tee

30 min

Somatotropin
IGF-1

Serum

60 minSomatotropin
IGF-1
Serum
90 minSomatotropin
IGF-1

Serum

120 minSomatotropin
IGF-1
Serum
  • Alle Proben mit Entnahmezeitpunkt beschriften.
  • Somatotropin ist im Serum 1 Tag stabil. Bei verzögerter Einsendung müssen alle Vollblut-Röhrchen 30 Minuten nach der Abnahme zentrifugiert, das Serum abpipettiert und eingefroren werden. Probentransport dann in entsprechenden Kühlbehältern, die vorher beim Labor bestellt werden können.
Bewertung

Wenn die Somatotropin-Konzentration in mindestens einer Probe < 1 µg/L beträgt und der IGF1-Wert im alters- und geschlechtsspezifischen Referenzbereich liegt, ist eine autonome Somatotropin-Sekretion ausgeschlossen. Fehlende Suppression spricht für eine Somatotropin-Übersekretion. 

StörfaktorenEine unzureichende Suppression erfolgt bei Stress, der während des Testverlaufs vermieden werden sollte. Ein Anstieg der Somatotropin-Konzentration wird auch bei chronischen oder akuten Allgemeininfektionen, Niereninsuffizienz und Diabetes mellitus beobachtet.
Literatur

Lehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme 2. Auflage 2003: 503

Thomas, L.: Labor und Diagnose. TH Books Verlagsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, 8. Auflage, 2012: 1810

Arginin-Infusions-Test
Indikation
  • Verdacht auf Somatotropin-Mangel (STH-Mangel)
Kontraindikationen
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
  • Azidose
TestprinzipDie Aminosäure Arginin stimuliert die Somatotropin-Sekretion durch Somatostatin-Suppression und via α-adrenerge und serotoninerge Stimuli.
Durchführung
ZeitGabe vonAnalytMaterial
-30 min

morgens nüchtern (STH wird durch Kohlenhydratzufuhr supprimiert)
Legen einer Venenverweilkanüle

SomatotropinSerum
00 minSomatotropinSerum
L-Arginin-Hydrochlorid-Infusion, Dosis 0,5 g/kg Körpermasse (max. 30 g) über 30 min in 500 mL physiologischer Kochsalzlösung

30 min

Somatotropin

Serum

45 minSomatotropin Serum
60 minSomatotropin, Serum
90 minSomatotropinSerum
120 minSomatotropinSerum
  • Alle Proben mit Datum und Entnahmezeitpunkt beschriften.
  • STH ist nur 1 Tag stabil - bei verzögertem Probenversand bitte alle Vollblut-Röhrchen 30 Minuten nach der Abnahme zentrifugieren, das Serum abpipettieren und einfrieren. Probentransport in entsprechenden Kühlbehältern, die vorher im Labor bestellt werden können.
  • Fakultativ kann zusätzlich Glucose bestimmt werden (STH führt zur Erhöhung des Glucosespiegels). Nach Beendigung des Funktionstests den Patienten essen lassen (Gefahr von Hypoglykämie).
  • Bei Kleinkindern und Patienten mit Azidoseneigung sollten mit den Blutentnahmen Blutgasanalysen durchgeführt werden.
Bewertung

Ein Somatotropin-Maximum 10 µg/L bei 30 min, 45 min oder 60 min schließt einen klassischen, nicht jedoch einen funktionellen/hypothalamischen Somatotropin-Mangel aus. Beim hypothalamischen Somatotropin-Mangel ist jedoch der Anstieg des Somatotropins verzögert.

Partieller STH-Mangel: Anstieg auf 5 - 10 µg/L

Totaler STH-Mangel: STH in allen Proben < 5 µg/L

LiteraturLehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme 2. Auflage 2003: 494 - 495
Luteotropes Hormon-Releasing-Hormon-Test (LH-RH-Test = GN-RH-Test)
Indikation

Differentialdiagnose:

  • Hypophysärer/hypothalamischer Hypogonadismus
  • Pubertätsdiagnostik
  • Amenorrhoeabklärung
Testdurchführung nur bei niedrigen FSH/LH-Werten sinnvoll.
Kontraindikationen
  • Hypophysenadenom (Risiko des Hypophysenapoplex durch den Test)
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
VorbereitungHormonpräparate je nach Wirkdauer ausreichend lange absetzen (mindestens 1 regulärer Zyklus oder bei Amenorrhoe 8 Wochen). Optimaler Testzeitpunkt im weiblichen Zyklus ist der 3. - 5. Zyklustag.
Durchführung
  1. Blutentnahme LH und FSH (basal) im Serum
  2. Frauen:  25 µg Relefact LH-RH i. v.
    Männer: 100 µg Relefact LH-RH i. v.
    Kinder:   50 µg/qm KOF Relefact LH-RH i. v. (max. 100 µg absolut, mindetens 25 µg)
  3. 25 Min. nach Stimulation Blutentnahme, Bestimmung von LH und FSH im Serum
  4. 45 Min. nach Stimulation Blutentnahme, Bestimmung von LH und FSH im Serum
  5. Versand der Proben ans Labor, auf korrekte Beschriftung (Datum, Abnahmezeitpunkt) achten.
Beurteilung nach Thomas

Frauen prämenopausal:
Als normal gilt ein Anstieg des LH-Wertes um das 2 - 8-fache des Basalwertes und des FSH-Wertes um das 2 - 3-fache. Ein fehlender bzw. zu geringer Anstieg spricht für eine hypothalamisch-hypophysäre Störung. Gonadotropinwerte (LH und FSH) deutlich über das 8-fache ansteigend bei bereits erhöhtem Basalawert sprechen für einen primären (gonadenbedingten) Hypogonadismus.

Männer:
Ein mindestens 3-facher Anstieg von LH und mindestens 1,5-facher Anstieg von FSH spricht für einen zentralen Hypogonadismus.

Kinder:
Als normal gilt im Pubertätsalter ein Anstieg um das Doppelte des jeweiligen Basalwerts.

CAVE:
Bei längerdauernder hypothalamischer Störung und Atrophie der gonadotropen Zellen des HVL ist keine Differenzierung möglich. Bei fehlendem Anstieg in diesem Fall nach pulsatiler GnRH-Gabe über eine Pumpe Testwiederholung nach 36 h und 7 Tagen. Nach der Vorbehandlung reagiert beim hypothalamischen Hypogonadismus die Hypophyse mit Ausschüttung von LH und FSH. Beim hypophysären Hypogonadismus ist auch nach pulsatiler Stimulation praktisch keine Sekretion von Gonadotropinen möglich.

Literatur

Thomas, L.: Labor und Diagnose. TH Books Verlagsgesellschaft mbH, 8. Auflage, 2012: 1783

Neumeister, B., & Böhm, B. O.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Urban & Fischer, 5. Auflage, 2015: 338-339

Partsch, C.-J.: Endokrinologische Funktionsdiagnostik, Schmidt & Klauning, 7. Auflage, 2011

Seite drucken