Neuregelung bei Ausnahmekennziffern ab 01.04.18 und ab 01.07.18
Im Deutschen Ärzteblatt, Jg. 115, Heft 1 - 2 vom 08.01.18 wurde der Beschluss des Bewertungsausschusses zur Änderung des EBM veröffentlicht. Demnach bleiben bei den Behandlungsfällen mit Ausnahmekennziffer ab 01.04.18 nur die genannten GOP bei der Ermittlung des arztpraxisspezifischen Fallwertes unberücksichtigt. Eine Übersicht der Untersuchungsindikationen mit den ausgenommenen GOP finden Sie hier.

Dort finden Sie auch Erläuterungen zu der am 01.07.18 eingeführten neuen Ausnahmekennziffer 32004 "Diagnostik zur Bestimmung der notwendigen Dauer, Dosierung und Art eines ggf. erforderlichen Antibiotikums vor Einleitung einer Antibiotikatherapie oder bei persistierender Symptomatik vor erneuter Verordnung"

19.09.2018 - Karlsruhe
Kinesio-Tape

26.09.2018 - Karlsruhe
Praxismanagement

10.10.2018 - Karlsruhe
Präanalytik mit Laborführung

24.10.2018 - Stuttgart
Präanalytik mit Laborführung

Weitere Veranstaltungen

Lactosetoleranz-Test
Indikation
  • Gastrointestinale Beschwerden (Meteorismus, Diarrhoe, Schmerzen) nach Genuss von Milch oder Milchprodukten
  • Verdacht auf primären oder sekundären Lactasemangel
  • Verdacht auf Lactosemalabsorption anderer Genese
Durchführung
ZeitGabe vonAnalytMaterial
0 minBlutentnahme nüchternGlucoseGlucoEXACT
50 g Lactose in 400 mL Wasser oder Tee gelöst oral einnehmen, bei Kindern ab dem 2. Lebensjahr 2 g Lactose pro kg Körpergewicht, bis max. 50 g
30 minGlucoseGlucoEXACT
60 minGlucoseGlucoEXACT
90 minGlucoseGlucoEXACT
120 minGlucoseGlucoEXACT
  • Proben bitte mit Entnahmezeitpunkt beschriften.
Bewertung

Ein Anstieg der Glucosekonzentration im stabilisierten venösen Plasma > 20 mg/dL bzw. 1,11 mmol/L gilt als physiologisch, Anstiege darunter als pathologisch.

Bei pathologischem Ausfall des Tests ist mit Bauchkrämpfen, Blähungen und Durchfall innerhalb von 8 Stunden nach Testbeginn zu rechnen.

Erkrankungen mit Lactoseintoleranztest

Primärer Lactasemangel: Der genetisch determinierte, primäre Lactasemangel tritt kongenital selten, mit zunehmendem Lebensalter dagegen - abhängig von der Herkunft - sehr häufig auf (15 % der Deutschen, 75 % der Bevölkerung weltweit). Die Schwere der klinischen Symptomatik variiert und kann zur Fehlinterpretation eines funktionellen Krankheitsbildes führen. Unreife Neugeborene weisen physiologischerweise eine Lactasemaldigestion auf, da die Lactaseaktivität erst kurz vor dem Gestationstermin ansteigt.

Sekundärer Lactasemangel: Der erworbene, sekundäre Lactasemangel ist eine Begleiterscheinung unterschiedlicher Grunderkrankungen mit intestinaler Beteiligung wie z. B. chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, Colon irritable, Zöliakie, tropischer Sprue, intestinaler Lymphome, M. Whipple, genuiner intestinaler Lymphangiektasie, A-β-Lipoproteinämie, blind-loop-Syndrom, Strahlenenteritis, infektiöser Gastroenteritiden, Mukoviszidose, akuter Virushepatitis und medikamentöser Therapie mit Colchizin, Neomycin oder Methotrexat. Bei sekundärem Lactasemangel wird die Malassimilation durch den Verlauf der Grunderkrankung bestimmt; sie kann jedoch auch nach Restitution der Darmmucosa persistieren.

Literatur

Thomas, L.: Labor und Diagnose. TH-Books Verlagsgesellschaft. 8. Auflage 2012: 770 – 773

Herold, G.: Innere Medizin, 2017: 471

Xylose-Belastung (Resorptions-Test)
Indikation
  • Erfassung einer Kohlehydrat-Resorptionsstörung im proximalen Dünndarm
  • DD: Diarrhoen, Sprue, Ileitis regionalis, Zustand nach Magen- und Darmresektion, exkretorische Pankreasinsuffizienz, Malabsorption
Durchführung

Urin:

  1. Blase entleeren
  2. Nach Entleerung der Blase Verabreichung von 25 g D-Xylose in 300 mL Wasser. 200 mL Wasser nachtrinken lassen.
  3. Sammeln des Urins über 5 Stunden.
  4. Messung der Xylose-Ausscheidung in 10 mL des 5 h-Urins.

Serum (alternativ):

  1. Blutentnahme zur Bestimmung der basalen Konzentration von Xylose im Serum
  2. Verabreichung von 25 g D-Xylose in 300 mL Wasser. 200 mL Wasser nachtrinken lassen.
  3. Blutentnahme nach 15, 60 und 120 Minuten (Proben 2 - 4 bitte korrekt beschriften).
  4. Messung der Serum-Xylose-Werte im Labor.
 
Hinweis

Der Patient muss nüchtern sein! Keine Nahrungsaufnahme während des Tests.

Beurteilung

Normal:
Urin: Ausscheidung von 5,5 - 8,25 g bzw. 22 - 33 % Xylose im 5 h-Sammelurin.
Serum: Basalwert bis 5 mg/dL Xylose, nach Belastung über 10 mg/dL nach 15 Min., über 20 mg/dL nach 60 min und über 30 mg/dL nach 120 min.

Pathologisch:
Bei verminderter Ausscheidung bzw. vermindertem Anstieg im Serum siehe unter "Indikation".

LiteraturNeumeister, B., & Böhm, B. O.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Urban & Fischer, 5. Auflage, 2015: 189-190
Eisen-Belastung
Indikation

Verdacht auf Eisen-Resorptionsstörung

Durchführung
  1. Blutabnahme nüchtern, Eisen (Serum)
  2. Gabe von 200 mg zweiwertiges Eisen als Tablette
  3. Blutentnahme nach 2 Stunden (Probe II), Eisen (Serum)
  4. Blutentnahme nach 4 Stunden (Probe III), Eisen (Serum)
Beurteilung

Bei Patienten mit normaler Eisenresorption sollte der Ausgangswert um mindestens 50 µg/dL ansteigen. Ein geringerer Anstieg deutet auf eine Resorptionsstörung. Bei Eisenmangel kommt es nach Gabe der Eisen-Tablette zu einem sehr starken Anstieg des Serumeisenspiegels.

Literatur

Kloepfer, K., Schmid, P., Wuillemin, W.A., & Rüfer, A.: Reference values for oral iron absorption of bivalent iron in healthy volunteers. Swiss Med Wkly. 2015, Jan 22;145:w14063. doi: 0.4414/smw.2015.14063.eCollection 2015.

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