Einführung eines quantitativen Stuhltests (iFoBT) zur Darmkrebs-Früherkennung zum 01.04.2017
Nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) bereits im Oktober 2016 den Beschluss zur Einführung eines quantitativen Stuhltests getroffen hat, wird nun ab dem 1. April 2017 der quantitative immunologische Test zum Nachweis von fäkalem occultem Blut im Stuhl (iFOBT) den derzeit verwendeten Guajak-basierten Test (gFOBT) ersetzen. Für die Untersuchung müssen besondere Röhrchen für die Probennahme verwendet werden, die einen Stabilisator enthalten. Unsere Einsender können diese Röhrchen mit Anleitung ab sofort in unserem Materialversand bestellen.

Änderungen im Medizinprodukterecht seit 01.01.17
Die Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV) beschreibt die Pflichten der Betreiber und Anwender von Medizinprodukten. Für aktive Medizinprodukte gibt es gesetzliche Dokumentationspflichten. Die Neufassung der MPBetreibV bringt einige Änderungen mit sich, die wir hier für Sie zusammengefasst haben.

07.02.2018
Hygiene in der Arztpraxis

Weitere Veranstaltungen

ACTH-Test (Synacthen-Test)

Indikation

  • Verdacht auf Nebennierenrindeninsuffizienz (Morbus Addison)
  • Verdacht auf  nichtklassischen und heterozygoten 21-Hydroxylase-Mangel
  • Verdacht auf 11β-Hydrosylase-Mangel
  • Verdacht auf 3β-Dehydrogenase-Mangel

Durchführung

Zeit

Gabe von

Analyt

Material

0 min

Cortisol/17-Hydroxyprogesteron

Serum

250 µg ACTH i. v.

60 min

Cortisol/17-Hydroxyprogesteron

Serum

  • 250 µg synthetisches ACTH 1 - 24 (1 Ampulle Synacthen) werden intravenös injiziert, nachdem eine basale Blutentnahme erfolgt ist.
  • 60 min nach Injektion wird eine zweite Blutprobe gewonnen. Gemessen wird Cortisol (Nebennierenrinden-Insuffizienz) bzw. 17-Hydroxyprogesteron (Adrenogenitales Syndrom).

Bewertung

Bei Gesunden bewegt sich der Basalwert des Cortisol zwischen 200 und 600 nmol/L (7,3 und 21,7 µg/dL). Eine Cortisolkonzentration von mehr als 550 nmol/L (19,9 µg/dL) 60 Minuten nach Injektion von 250 µg Synacthen schließt eine Nebennierenrindeninsuffizienz praktisch aus.

Bei primärer Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison) ist das Cortisol basal erniedrigt oder niedrig normal und steigt nach Corticotropininjektion nicht an. Auch bei sekundärer Nebenniereninsuffizienz fällt der Test häufiger pathologisch aus, da sich nach Ausfall der Corticotropinsekretion eine Atrophie der Nebenniere einstellt. Hierbei kommt es in der Regel nur zu einem ungenügenden Anstieg der basal bereits verminderten Cortisolkonzentration.

Bei nicht klassischem 21-Hydroxylasemangel ist 17-Hydroxyprogesteron basal leicht bis deutlich erhöht und steigt nach ACTH-Gabe auf Werte oberhalb von 30,3 nmol/L (10 µg/L) an. Bei heterozygotem 21-Hydroxylasemangel ist die basale 17-Hydroxyprogesteronkonzentration unauffällig und steigt nach Stimulation auf Werte > 7,9 nmol/L bzw. 2,6 µg/L an.

Unerwünschte Wirkung

Sehr selten kommt es nach vorheriger Exposition mit Corticotropin zu allergischen Reaktionen bis hin zum Schock.

Literatur

Lehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme 2. Auflage 2003: 171

Corticoliberin-Test (CRH-Test)

Indikation

  • Differentialdiagnose des Cushing-Syndroms
  • Verdacht auf Hypophysenvorderlappeninsuffizienz
  • Differentialdiagnose zwischen sekundärer und tertiärer Nebennierenrindeninsuffizienz

Durchführung

Zeit

Gabe von

Analyt

Material

-30 min

Legen einer Venenverweilkanüle

0 min

100 µg CRH (Corticoliberin)
oder
1 µg CRH pro kg Körpergewicht

Corticotropin (ACTH)
Cortisol

EDTA-Plasma, gefroren
Serum

15 min

Corticotropin (ACTH)
Cortisol

EDTA-Plasma, gefroren
Serum

30 min

Corticotropin (ACTH)
Cortisol

EDTA-Plasma, gefroren
Serum

45 min

Corticotropin (ACTH)
Cortisol

EDTA-Plasma, gefroren
Serum

60 min

Corticotropin (ACTH)
Cortisol

EDTA-Plasma, gefroren
Serum

90 min

Corticotropin (ACTH)
Cortisol

EDTA-Plasma, gefroren
Serum

  • Zunächst wird am ausgeruhten und ruhend gelagerten Patienten eine Venenverweilkanüle gelegt. Danach wird eine Ruhephase von mindestens 30 Minuten, besser 1 Stunde eingehalten.
  • Dann zunächst Blutabnahme für die basalen Corticotropin (ACTH)- und Cortisolwerte.
  • Anschließend Gabe von 100 µg Corticoliberin (CRH) oder 1 µg Corticoliberin/kg Körpergewicht (Zeitpunkt 0).
  • Abnahme für die Stimulationswerte nach 15, 30, 45, 60 und 90 min (also insgesamt 6 Proben).

Bewertung

Differentialdiagnose des Cushing-Syndroms

  • Corticotropin (ACTH) basal erhöht, Anstieg des Corticotropins nach Stimulation > 30 %, Anstieg des Cortisols nach Stimulation > 20 %: Hypophysäres Cushing Syndrom (Morbus Cushing)
  • Corticotropin (ACTH) basal hoch normal oder erhöht, kein Anstieg des Corticotropins nach Stimulation: Ektopes (paraneoplastisches) ACTH-Syndrom oder hypophysäres Cushing-Syndrom (Morbus Cushing) mit Makroadenom
  • Corticotropin (ACTH) basal nicht messbar/stark erniedrigt, kein Anstieg des Corticotropins nach Stimulation, kein Anstieg des Cortisols nach Stimulation: Adrenales Cushing-Syndrom (Tumor oder Nebennierenrindenhyperplasie)

Hypophysenvorderlappeninsuffizienz

Bei der Hypophysenvorderlappeninsuffizienz können die Konzentrationen von Corticotropin (ACTH) und Cortisol basal normal bis extrem niedrig sein. Bei Gesunden erfolgt nach Corticoliberin (CRH)-Gabe ein Anstieg des Corticotropins um mindestens 50 %, das Cortisol steigt in der Regel um eine Differenz von > 200 nmol/L (7 µg/dL) an. Hohe basale Ausgangswerte für Corticotropin und Cortisol in Kombination mit geringeren Anstiegen sprechen gegen eine Hypophysenvorderlappeninsuffizienz. Ein fehlender Anstieg von Corticotropin und Cortisol ist dagegen beweisend für die Hypophysenvorderlappeninsuffizienz.

Differentialdiagnose von sekundärer und tertiärer Nebennierenrindeninsuffizienz

  • Gute Stimulierbarkeit des Corticotropins (ACTH) nach Corticoliberin (CRH)-Gabe: Tertiäre (hypothalamische) Nebennierenrindeninsuffizienz
  • Keine Stimulierbarkeit des Corticotropins (ACTH) nach Corticoliberin (CRH)-Gabe: Sekundäre (hypophysäre) Nebennierenrindeninsuffizienz

Fehlerquellen

 

Bisweilen besitzen Corticotropin (ACTH) sezernierende Hypophysenadenome keine Rezeptoren und zeigen ein Verhalten wie bei ektoper Corticotropin-Sekretion.

Eine häufige Fehlerquelle bei diesem Test ist das unzureichende Auflösen der in der Ampulle kaum sichtbaren Trockensubstanz, dem Corticoliberin (CRH). Die direkte Injektion per Spritze/Kanüle ist daher günstiger als die Verwendung einer Braunüle. Wird diese genutzt, so sollte sorgfältig mit steriler physiologischer NaCl-Lösung nachgespült werden, um einen Verlust an Injektionsvolumen zu vermeiden.

Unerwünschte Wirkung

Häufig tritt kurz nach der Injektion ein Wärmegefühl und eine Flush auf, ein leichter Blutdruckabfall ist möglich.

Literatur

Lehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme 3. Auflage 2010: 488 - 489

Dexamethason-Hemmtest, niedrig dosiert

Indikation

  • Verdacht auf Cushing-Syndrom: Sicherung oder Ausschluss

Testprinzip

Die Gabe von Dexamethason bewirkt via negativer Rückkopplung eine Suppression der Corticotropin (ACTH)- sowie Corticoliberin (CRH)-Ausschüttung und somit auch eine Suppression des Cortisols im Serum und der Ausscheidung des freien Cortisols im Harn.

Durchführung

Zeit

Gabe von

Analyt

Material

Tag 1, 08:00 h

Legen einer Venenverweilkanüle

Cortisol

Serum

Tag 1, 23:00 h

1 mg Dexamethason p. o.
1,5 mg Dexamethason bei > 80 kg Körpergewicht

Tag 2, 08:00 h

Cortisol

Serum

  • 1. Tag: Morgens zwischen 08:00 Uhr und 09:00 Uhr Blutentnahme zur Bestimmung von Cortisol im Serum. 23:00 Uhr: Einnahme von 1 mg Dexamethason, bei Personen > 80 kg Körpergewicht evtl. 1,5 mg Dexamethason.
  • 2. Tag: Morgens zwischen 08:00 Uhr und 09:00 Uhr Blutentnahme zur Bestimmung von Cortisol im Serum.
  • Bei Fieber, Stress, Entzündungen, Depressionen oder nach Einnahme oraler Kontrozeptiva kann der Test falsch positiv ausfallen.

Bewertung

Bei Gesunden ist die Konzentration des Cortisols nach Gabe des Dexamethasons am zweiten Tag < 80 nmol/L (3 µg/dL), bei Patienten mit (endogenem) Cushing-Syndrom > 80 nmol/L (3 µg/dL).

Unerwünschte Wirkung

keine

Literatur

Lehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme 2. Auflage 2003: 175

Dexamethason-Hemmtest, hoch dosiert

Indikation

  • Differentialdiagnose zwischen zentralem und ektopem Cushing-Syndrom nach positivem Ergebnis eines zuvor durchgeführten niedrig dosierten Dexamethason-Hemmtests

Testprinzip

Die Gabe von Dexamethason bewirkt via negativer Rückkopplung eine Suppression der Corticotropin (ACTH)- sowie Corticoliberin (CRH)-Ausschüttung und somit auch eine Suppression des Cortisols im Serum und der Ausscheidung des freien Cortisols im Harn.

Durchführung

Zeit

Gabe von

Analyt

Material

Tag 1, 08:00 h

Legen einer Venenverweilkanüle

Cortisol, Corticotropin

Serum

Tag 1, 23:00 h

8 mg Dexamethason p. o.

Tag 2, 08:00 h

Cortisol, Corticotropin

Serum

  • 1. Tag: Morgens zwischen 08:00 Uhr und 09:00 Uhr Blutentnahme zur Bestimmung von Cortisol und Corticoliberin im Serum. 23:00 Uhr: Einnahme von 8 mg Dexamethason.
  • 2. Tag: Morgens zwischen 08:00 Uhr und 09:00 Uhr Blutentnahme zur Bestimmung von Cortisol und Corticoliberin im Serum.
  • Bei Fieber, Stress, Entzündungen, Depressionen oder nach Einnahme oraler Kontrozeptiva kann der Test falsch positiv ausfallen.

Bewertung

Beim zentralen Cushing-Syndrom wird in der Regel im Gegensatz zum ektopen ACTH-Syndrom eine Suppression des Cortisols im Serum auf unter 50 % des Ausgangswertes gefunden.

Unerwünschte Wirkung

keine

Literatur

Lehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme 2. Auflage 2003: 490

Kochsalz-Infusionstest

Indikation

  • Verdacht auf primären Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom)

Kontraindikationen

  • Dekompensation einer Herzinsuffizienz
  • Hypervolämie
  • Entgleister arterieller Hypertonus

Durchführung

Zeit

Untersuchungen

Analyt

Material

0 min

Blutdruck- und Pulsmessung

Kalium

Serum

Natrium

Serum

Aldosteron

Serum

Renin

EDTA-Plasma, gefroren

Natriumchloridinfusion: 0,9 % NaCl mit 500 mL/h, insgesamt 2.000 mL

60 min

120 min

180 min

Blutdruck- und Pulsmessung

 

240 min

Blutdruck- und Pulsmessung

Kalium

Serum

Natrium

Serum

Aldosteron

Serum

Erhöhte Natriumkonzentrationen und eine Volumenbelastung führen beim Gesunden zur Verminderung der Aldosteron- und Reninkonzentration. Dieser Regelkreis ist beim primären Hyperaldosteronismus außer Kraft gesetzt, Aldosteron wird unabhängig von Natrium- und Reninkonzentration sezerniert.

Vor dem Test ist der Kaliumhaushalt, falls gestört, auszugleichen. Die Einnahme von Pharmaka wie Spironolacton und Eplerenon sowie Amilorid muss 6 Wochen vor Testbeginn abgesetzt werden. ACE-Hemmer, Furosamid, β-Blocker und Thiaziddiuretika sollten 1 Woche vor dem Test nicht mehr eingenommen werden. Auf Lakritzkonsum sollte die Testperson in diesem Zeitraum verzichten. Calciumblocker, α-Blocker und direkte Vasodilatatoren können weiter eingenommrn werden.

Zur Überprüfung der Herzfunktion wird vor dem Test die Durchführung einer Echokardiografie empfohlen. Folgende Laborwerte sollten vorliegen: Natrium, Kalium, Calcium, kleines Blutbild.

Der Patient liegt über Nacht (mindestens 8 Stunden vor Testbeginn) und bleibt während der gesamten Testdurchführung liegen. Testbeginn zwischen 08:00 und 10:00 Uhr.

Bei geeigneten Patienten (gute linksventrikuläre Herzfunktion, gut eingestellter Blutdruck) kann der Kochsalz-Infusionstest auch ambulant durchgeführt werden. Bei gleicher Durchführung wie hier beschrieben wird dabei auf die Nachtruhe verzichtet.

Bewertung

Sinkt der Aldosteronspiegel unter 50 ng/L bzw. 139 pmol/L, so kann ein primärer Hyperaldosteronismus mit hinreichend hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Konzentrationen > 100 ng/L bzw. > 277 pmol/L sprechen für einen primären Hyperaldosteronismus.

Dazwischen liegt die Grauzone, deren Werte einer weiteren Abklärung bedürfen.

Literatur

Lehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme 3. Auflage 2010: 514

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