Neuregelung bei Ausnahmekennziffern ab 01.04.2018
Im Deutschen Ärzteblatt, Jg. 115, Heft 1 - 2 vom 08.01.18 wurde der Beschluss des Bewertungsausschusses zur Änderung des EBM veröffentlicht. Demnach bleiben bei den Behandlungsfällen mit Ausnahmekennziffer ab 01.04.18 nur die genannten GOP bei der Ermittlung des arztpraxisspezifischen Fallwertes unberücksichtigt. Eine Übersicht der Untersuchungsindikationen mit den ausgenommenen GOP finden Sie hier.

25.04.2018 - Karlsruhe
Präanalytik, mit Laborführung

16.05.2018 - Stuttgart
Qualitätsmanagement in der Arztpraxis

20.06.2018 - Karlsruhe
Kinesio Tape

04.07.2018 - Stuttgart
Medizinprodukte sicher betreiben und anwenden

11.07.2018 - Stuttgart
Hygiene in der Arztpraxis

Weitere Veranstaltungen

Pentagastrin-Test
Indikation
  • Verdacht auf medulläres Schilddrüsenkarzinom
  • Nachsorge und Verlaufskontrolle des medullären Schilddrüsenkarzinoms
Durchführung
ZeitGabe vonAnalytMaterial
0 minCalcitoninSerum gefroren/Heparin-Plasma gefroren
0,5 µg/kg Körpermasse Pentagastrin i. v.
2 minCalcitoninSerum gefroren/Heparin-Plasma gefroren
5 minCalcitoninSerum gefroren/Heparin-Plasma gefroren
  • Die Blutentnahme sollte am nüchternen Patienten erfolgen.
  • Alkohol und Calcium sind mögliche Stimulatoren für das Calcitonin
Bewertung
  • Der Test kann z. B. bei Entzündungen der Schilddrüse falsch positiv werden sowie falsch negativ bei sehr kleinen Karzinomen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie definiert den Grenzwert für die Thyreoidektomie bei stimulierten Calcitonin-Konzentrationen > 100 ng/L, wobei zu beachten ist, dass auch eine C-Zell-Hyperplasie stimulierte Calcitonin-Konzentrationen von 100 bis 200 ng/L aufweisen kann.
  • Patienten mit klinisch manifestem medullärem Schilddrüsenkarzinom haben präoperativ oftmals sehr deutlich erhöhte Werte.
  • Postoperativ darf im Fall einer kurativen Resektion und bei Metastasenfreiheit das basale und stimulierte Calcitonin nicht mehr nachweisbar sein bzw. sich nur noch innerhalb der Referenzbereiche bewegen.

GeschlechtCalcitonin, basalCalcitonin
Männer

2 ng/L - 48 ng/L
0,59 pmol/L - 14,04 pmol/L

< 79 ng/L
< 23,12 pmol/L
Frauen

2 ng/L - 10 ng/L
0,59 pmol/L - 2,93 pmol/L

< 50ng/L
< 14,63 pmol/L

Unerwünschte Wirkungen
  • Flush-Symptomatik
  • Allergische Reaktionen
  • Blutdruckabfall
  • Abdominelle Beschwerden
  • Übelkeit
Literatur

Lehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie,Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme 2. Auflage 2003: 79

Dietlein, M. et al.: Calcitonin-Screening bei Knotenstruma? Ärzteblatt Rheinland-Pfalz 2008, 3 13 - 16

Thomas, L.: Labor und Diagnose. TH-Books Verlagsgesellschaft mbH 2005: 1317

Schäffler, A. et al.: Funktionsdiagnostik in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Springer 1. Auflage 2009: 39 - 40

Thyreotropin-Releasing-Hormon-Test (TRH-Test)
Indikation

Differentialdiagnose:

  • sekundäre und tertiäre Hypothyreose
  • Tumordiagnostik (Hypophyse)
Kontraindikationen
  • instabile Angina pectoris, frischer Myokardinfarkt
  • bekanntes Krampfleiden, Epilepsie
  • schwere obstruktive Atemwegserkrankung
  • bei Makroadenomen (> 1 cm) strenge Indikationsstellung (Risiko Hypophysenapoplex)
  • KHK ebenfalls strenge Indikationsstellung
Nebenwirkungen
  • Flush-Symptomatik
  • Unwohlsein
  • Übelkeit
  • allergische Reaktionen
Durchführung
  1. Abnahme einer Basalprobe (5 mL Vollblut, Probe 1)
  2. Gabe von TRH: Aufgrund besserer Kontrolle der Dosis i. v.-Applikation empfohlen.
    I. v. Injektion von 200 µg TRH (z. B. Relefact-TRH, Hoechst; Antepan-TRH, Henning) binnen 2 Minuten.
    Dosis für Kinder: 7 µg/kg Körpergewicht, max. jedoch 200 µg.
  3. Blutentnahme von 5 mL Vollblut (Probe 2) 30 Minuten nach i. v. Gabe.
  4. Bestimmung des TSH-Spiegels aus beiden Proben, bitte auf korrekte Beschriftung der Proben mit Datum und Entnahmezeitpunkt achten.
Beurteilung

TSH-Anstieg < 2 mIU/L: fehlende TSH Antwort
Bei erniedrigten fT3/fT4-Werten: Hinweis auf eine sekundäre Hypothyreose

Bei normalen fT3/fT4-Werten: kurz bestehende sekundäre Insuffizienz der thyreotropen Achse, Frühform einer immunogenen Hyperthyreose, beginnende thyreoidale Autonomie, Therapie mit Schilddrüsenhormonen

TSH-Anstieg 2 - 25 mIU/L: regelrechte TSH-Antwort
Bei erniedrigten fT3/fT4-Werten: bei kritisch Kranken möglicherweise Konstellation eines Low-T3-Syndroms

TSH-Anstieg > 25 mIU/L: überschießende TSH-Antwort
Bei erniedrigten fT3/fT4-Werten: manifeste Hypothyreose

Bei normalen fT3/fT4-Werten: latente Hypothyreose, Jodverwertungsstörung

Literatur

Thomas, L.: Labor und Diagnose. TH Books Verlagsgesellschaft mbH, 8. Auflage, 2012: 1732

Schäffler, A. et al.: Funktionsdiagnostik in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Springer, 2. Auflage, 2013: 130-131

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