Erweiterung Meldepflicht gemäß IfSG ab 01.05.2016

Ab 01.05.16 wird die Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz an die aktuelle epidemische Lage angepasst. Die entsprechende IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung wurde am 18.03.2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Mehr...

Für 2016 stehen keine Fortbildungen mehr auf dem Programm. Das Programm für 2017 finden Sie ab Mitte Dezember an dieser Stelle.

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Zahnmedizin

Einen besonderen Schwerpunkt des MVZ Labor Diagnostik Karlsruhe stellen die Spezialbereiche der zahnärztlich-mikrobiologischen und der zahnärztlich-genetischen Diagnostik für die Gebiete der Parodontitis, Karies, Stomatitis und bei Abszessen dar.

Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zum Zahnverlust führen kann. Für die Etablierung und Progression sind mehrere Faktoren verantwortlich:

  • plaquebedingte Ätiologie: Parodontitisbakterien
  • Umweltfaktoren wie z. B. supragingivale Plaque, Rauchen, Stress, schlechte Kooperation des Patienten
  • Wirtsfaktoren wie z. B. Alter, Diabetes mellitus, Erkrankungen des Immunsystems (z. B. HIV-Infektion) oder eine genetische Disposition wie Interleukin 1-Gen-Polymorphismen

Bei Vorliegen mehrerer der genannten Faktoren wird der Progression einer Parodontitis entsprechend stärker Vorschub geleistet. Parodontitis-Bakterien sind mit sehr potenten Virulenzfaktoren ausgestattet, die sie in die Lage versetzen die subgingivale Tasche zu besiedeln und das Immunsystem zu beeinträchtigen. Zusätzliches Rauchen führt zu einer Verengung von Blutgefäßen, wodurch das Gewebe weniger durchblutet und schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Dadurch erhalten die Parodontitis-Bakterien einen Wachstumsvorteil, da viele von ihnen strikte Anaerobier sind und sich nur in Abwesenheit von Sauerstoff vermehren können. Beim Interleukin 1 sind mehrere Genmutationen beschrieben, die zu einer Überreaktion des Immunsystems und somit zu einem verstärkten Knochen- und Gewebeabbau im Rahmen einer Parodontitis führen.

Die Patienteninformation "Gesundes Lächeln - Zahnfleischerkrankungen sicher und erfolgreich behandeln" können Sie hier herunterladen.

In der Diagnostik der genannten Erkrankungen finden unterschiedliche mikrobiologische und molekularbiologischen Methoden Anwendung:

Parodontitis Mikrobiologie-Test

Mit dem Parodontitis Mikrobiologie-Test ist es möglich die fünf wichtigsten Markerkeime Aggregatibacter actinomycetemcomitans (ehemals Actinobacillus actinomycetemcomitans), Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia, Tannerella forsythensis und Treponema denticola gleichzeitig und hochspezifisch nachzuweisen und darauf basierend eine verlässliche Aussage zu machen, ob die lokale, mechanische Reinigung durch die Gabe von Antibiotika unterstützt werden muss, welche Antibiotika sinnvoll sind und welche Therapiedauer notwendig ist.

Parodontitis Risiko-Test

Der Parodontitis Risiko-Test untersucht die genetische Disposition, vermehrt entzündungsförderndes Interleukin 1 zu bilden. Dadurch kommt es bei betroffenen Patienten zu stärkerer Entzündungsreaktion und Gewebedestruktion. Er stellt somit einen prognostischen Gentest dar, der es dem behandelnden Zahnarzt ermöglicht, den weiteren Verlauf der Erkrankung besser abschätzen zu können, da positive Testergebnisse hochsignifikant mit schwerer Parodontitisverläufen korrelieren. Insbesondere Raucher mit Interleukin-Gendefekten haben ein erhöhtes Risiko für Implantatversagen.

Kariesrisiko-Test

Per Speicheldiagnostik ist es möglich das individuelle Kariesrisiko abzuschätzen. Die darin enthaltenen Parameter umfassen neben der mikrobiologischen Diagnostik (Streptococcus mutans- und Laktobazillen-Konzentration) auch die Speichelsekretionsrate und den pH-Wert des Speichels. Aus der Kombination der gefundenen Werte kann das individuelle Kariesrisiko abgeschätzt werden.

Stomatitis- und Abszess-Diagnostik

Mit einem Abstrich der Mundschleimhaut können bei Verdacht auf Soor oder Prothesenstomatitis Sproßpilze und bei Abszessen Eitererreger nachgewiesen werden. Beim Nachweis pathogener Keime wird ein Antibiogramm und auf Wunsch auch ein Antimykogramm erstellt.

Die genannten Teste ermöglichen es dem Zahnmediziner bei Parodontitis, Karies, Stomatitis und Abszessen:

  • bessere Behandlungsergebnisse aufgrund einer mikrobiologisch fundierten Therapie zu erzielen,
  • Risiken vor aufwendigen Sanierungen (z. B. Implantatversorgung) besser abschätzen zu können,
  • Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und damit intensive Prophylaxemaßnahmen sowie individuell angepasste Recall-Intervalle einleiten zu können.

Ihre Ansprechpartner:
Herr Dr. Dirk Alber, Telefon: +49 721 6277-522, E-Mail: dirk.alber(∂)labor-karlsruhe.de
Frau Dr. Katharina Brodner, Telefon: +49 721 6277-534, E-Mail: katharina.brodner(∂)labor-karlsruhe.de

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