Einführung eines quantitativen Stuhltests (iFoBT) zur Darmkrebs-Früherkennung zum 01.04.2017
Nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) bereits im Oktober 2016 den Beschluss zur Einführung eines quantitativen Stuhltests getroffen hat, wird nun ab dem 1. April 2017 der quantitative immunologische Test zum Nachweis von fäkalem occultem Blut im Stuhl (iFOBT) den derzeit verwendeten Guajak-basierten Test (gFOBT) ersetzen. Für die Untersuchung müssen besondere Röhrchen für die Probennahme verwendet werden, die einen Stabilisator enthalten. Unsere Einsender können diese Röhrchen mit Anleitung ab sofort in unserem Materialversand bestellen.

Änderungen im Medizinprodukterecht seit 01.01.17
Die Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV) beschreibt die Pflichten der Betreiber und Anwender von Medizinprodukten. Für aktive Medizinprodukte gibt es gesetzliche Dokumentationspflichten. Die Neufassung der MPBetreibV bringt einige Änderungen mit sich, die wir hier für Sie zusammengefasst haben.

07.02.2018
Hygiene in der Arztpraxis

Weitere Veranstaltungen

Oraler Glucosetoleranztest nach Gabe von 75 g Glucose

Indikation

  • Nachweis einer gestörten Nüchternglucosekonzentration
  • ältere Patienten mit normaler Nüchternglucosekonzentration und Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für einen Diabetes mellitus Typ 2

Durchführung

Zeit

Gabe von

Analyt

Material

0 min

Glucose

NaF/Citrat-Plasma

75 g Glucose in 250 - 300 mL Wasser innerhalb von 5 Minuten

Kinder: 1,75 g/kg Körpermasse, max. 75 g

120 min

Glucose

NaF/Citrat-Plasma

Der Test wird unter folgenden Bedingungen durchgeführt:

  • nach 10 - 16 h Nahrungs- und Alkoholkarenz unmittelbar vor dem Test
  • nach einer mind. 3-tägigen kohlenhydratreichen Ernährung mit mind. 150 g Kohlenhydrate/Tag
  • im Sitzen oder Liegen ohne Muskelanstrengung
  • ohne Nikotinkonsum vor oder während des Tests
  • Blutentnahme bitte mit speziellen Röhrchen (GlucoExact-Röhrchen von Sarstedt bzw. Fluorid-/Citrat-Röhrchen von Terumo)

Bewertung

Eine Diabetes mellitus gilt im Rahmen eines oralen Glucosetoleranztests als diagnostiziert, wenn folgende Grenzwerte überschritten werden:

NaF-Plasma

Serum/Venöses Vollblut

mg/dL

mmol/L

mg/L

mmol/L

0 min-Wert

126

7,0

110

6,1

120 min-Wert,
kapillär

220

12,2

200

11,1

120 min-Wert,
venös

200

11,1

180

10,0

 

Literatur

Kerner W., Brückel J.:  Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus. Diabetologie 2008; 3 Suppl 2: 131 - 133 (AWMF S3-Leitlinie 057/002k)

Oraler Glucosetoleranztest nach Gabe von 75 g Glucose bei Schwangeren

Indikation

  • Verdacht auf Gestationsdiabetes

Kontraindikationen

  • gastrointestinale Erkrankungen
  • Zustand nach Magen-Darm-Resektion
  • Malabsorption
  • bereits diagnostizierter Diabetes mellitus

Durchführung

Zeit

Gabe von

Analyt

Material

0 min

Glucose

NaF/Citrat-Plasma

75 g Glucose in 250 - 300 mL Wasser innerhalb von 5 Minuten

60 min

Glucose

NaF/Citrat-Plasma

120 min

Glucose

NaF/Citrat-Plasma

Der Test wird unter folgenden Bedingungen durchgeführt:

  • nach 10 - 16 h Nahrungs- und Alkoholkarenz unmittelbar vor dem Test
  • nach einer mind. 3-tägigen kohlenhydratreichen Ernährung mit mind. 150 g Kohlenhydrate/Tag
  • im Sitzen oder Liegen ohne Muskelanstrengung
  • ohne Nikotinkonsum vor oder während des Tests
  • Blutentnahme bitte mit speziellen Röhrchen (GlucoExact-Röhrchen von Sarstedt bzw. Fluorid-/Citrat-Röhrchen von Terumo)

Bewertung

Die Messung der Glucosekonzentration hat ausschließlich aus venösem Plasma zu erfolgen. Serum oder auch Hämolysat kommen gemäß S3 Leitlinie Gestationsdiabetes dafür nicht mehr in Frage. POCT- ("Teststreifen")-Geräte sind aufgrund der hohen Messunsicherheit ebenfalls ungeeignet.

Eine Diabetes mellitus gilt im Rahmen eines oralen Glucosetoleranztests als diagnostiziert, wenn für mindestens 1 Wert gilt:

NaF-Plasma

mg/dL

mmol/L

0 min-Wert

92

5,1

60 min-Wert

180

10,0

120 min-Wert

153

8,5

Literatur

Lehner, H. (Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie): Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme, 3. Auflage 2010: 520 - 521

Gestationsdiabetes mellitus (GDM) Evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

Oraler Glucosetoleranztest mit 50 g Glucose als Suchtest in der Schwangerschaft

Indikation

  • Früherkennung des Gestationsdiabetes bei schwangeren Frauen. Der Test soll zwischen 24 +0 und 27 +6 Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.
  • Früherkennung des Gestationsdiabetes bei Patientinnen mit hohem Risiko. Testzeitpunkte: 1. Trimenon, in der 24. - 28. und in der 32. - 34. Schwangerschaftswoche. Hohes Risiko ist definiert durch: (1) Alter > 30 Jahre, (2) positive Familienanamnese bei Verwandten 1. Grades, (3) Zustand nach Gestationsdiabetes, (4) Zustand nach Geburt eines makrosomen Kindes, (5) Adipositas

Durchführung

Zeit

Gabe von

Analyt

Material

0 min

50 g Glucose in 250 - 300 mL Wasser innerhalb von 5 Minuten

60 min

Glucose

Na-F/Citrat-Plasma

Es werden 50 g Glucose zu einer beliebigen Tageszeit und unabhängig vom Zeitpunkt der letzten Mahlzeit oral verabreicht. Nach 60 Minuten erfolgt die Blutentnahme

Blutentnahme bitte mit speziellen Röhrchen (GlucoExact-Röhrchen von Sarstedt bzw. Fluorid-/Citrat-Röhrchen von Terumo)

Bewertung

Die Messung der Glucosekonzentration hat ausschließlich aus venösem Plasma zu erfolgen. Serum oder auch Hämolysat kommen gemäß S3 Leitlinie Gestationsdiabetes dafür nicht mehr in Frage. POCT- ("Teststreifen")-Geräte sind aufgrund der hohen Messunsicherheit ebenfalls ungeeignet.

Liegt die gemessene Glucosekonzentration bei 135 mg/dL bzw. 7,8 mmol/L, so besteht der Verdacht auf einen Gestationsdiabetes. In diesem Fall muss ein standardisierter Glucosetoleranztest mit 75 g Glucose durchgeführt werden.

Literatur

Schäffler, A. et al.: Funktionsdiagnostik in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Springer 1. Auflage 2009: 10 - 11

Gestationsdiabetes mellitus (GDM) Evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

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